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USA - Reformen


USA-Gesundheitspolitik: Nach der Reform und der Gegenreform ist vor der nächsten Reform: "Medicare Extra for All"-Plan (14.3.18)
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USA-Gesundheitspolitik: Nach der Reform und der Gegenreform ist vor der nächsten Reform: "Medicare Extra for All"-Plan

Artikel 2614 Zusätzlich zu dem "Affordable Care Act (ACA)" oder Obamacare, Trumpcare oder den zahllosen Stolpersteinen und Barrieren welche die Trump-Administration nach dem Scheitern des Trumpcare-Gesetz ersonnen hat und ersinnen wird, die Nutzung der Möglichkeiten von Obamacare zu erschweren oder zu verhindern und dem von Bernie Sanders 2017 propagierten "Medicare for all"-Plan gibt es eine Reihe weiterer Pläne oder Vorschläge zu einer grundlegenden Reform des Krankenversicherungs- und Gesundheitssystems der USA. Dazu zählt seit Februar 2018 auch der "Medicare Extra for All"-Plan des der Demokratischen Partei in den USA nahestehenden liberalen Think Tanks "Center for American Progress (CAP)".

Die Debatte über die künftige Gesundheitspolitik hält in allen politischen Lagern auch deshalb an, weil mit ACA zwar über 19 Millionen US-BürgerInnen einen Krankenversicherungsschutz zu erträglichen Konditionen bekommen haben. Trotzdem sind rund 28,8 Millionen US-BürgerInnen immer noch unversichert und 28% aller noch nicht berenteten Erwachsenen, d.h. 41 Millionen Personen unterversichert. Unterversichert bedeutet z.B., dass die Eigenbeteiligung an den Behandlungskosten 10% des Einkommens überschreiten.

Zu den wesentlichen Elementen des CAP-Plans gehören ein Zuzahlungslimit, die Aufnahme der Zahnbehandlung und der Versorgung mit Hörgeräten in den Leistungskatalog und eine deutliche Verbesserung des Versicherungsschutzes bei Arzneimittel. Medicare Extra soll für alle US-BürgerInnen zugänglich sein, unabhängig von ihrem Einkommen, ihrem Gesundheitszustand, Alter oder Versicherungsstatus. Anders als z.B. im Plan von Bernie Sanders soll die für Millionen von erwerbstätigen BürgerInnen (2016: 49% aller BürgerInnen) genutzte Möglichkeit einer Krankenversicherung über den Arbeitgeber ("employer-sponsored coverage") weiterbestehen bleiben - auch wenn sich dort seit einiger Zeit die Bedingungen für einen Teil der Versicherten verschlechtert haben (u.a. stetige Erhöhung der Zuzahlungen).

Die Finanzierung ihres Plans soll mit Steuermitteln (u.a. auf hohe Einkommen und Vermögen) und durch eine Reduktion der enorm hohen Preise von Gesundheitsgütern und eines Teils der Leistungsanbieter erfolgen. Genaueres will das CAP aber erst noch vorlegen.

Die 23 Seiten des im Februar 2018 veröffentlichten Plans Medicare Extra for All. A Plan to Guarantee Universal Health Coverage in the United States sind kostenlos erhältlich.

Bernard Braun, 14.3.18