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"Choices for america" - Wie unterscheiden sich McCains und Obamas Gesundheitspolitiken?

Artikel 1352 Angesichts der zahlreichen seit Jahren bekannten Defizite des us-amerikanischen Gesundheitssystems wie beispielsweise die konstant deutlich über der 40 Millionen-Marke liegende Gruppe von BürgerInnen ohne Krankenversicherungsschutz und der wachsenden Anzahl von Versicherten, welche wegen hoher Arztrechnungen bankrott gehen, steht deren Lösung im Mittelpunkt der Wahlprogramme beider Präsidentschaftskandidaten.

Was der Republikaner John McCain und der Demokrat Barack Obama an Problemen im US- Krankenversicherungs- und Versorgungssystem sehen und im Detail ändern wollen, haben jetzt eine Reihe von Autoren im Auftrag des Commonwealth Fund (CWF) zusammengestellt und bieten die Ergebnisse in vielerlei Form den daran Interessierten an.

Der Bericht, "The 2008 Presidential Candidates' Health Reform Proposals: Choices For America" von Sara R. Collins, Jennifer L. Nicholson, Sheila D. Rustgi und Karen Davis, erschien am 2. Oktober 2008 als Band 100 der Buchreihe des CWF.

Nicht weiter verwunderlich ist, dass die Autoren sowohl bei der Betrachtung der Vorschläge beider Kandidaten zu einer Auswahl wichtiger gesundheitspolitischer Themen als auch gemessen an den vom CWF propagierten Prinzipien eines gut und wirksam funktionierenden Gesundheitssystems, zum Ergebnis kommen, dass die Kandidaten deutlich unterschiedliche Wege und Lösungen beschreiten oder vorschlagen. Herauskommen würden dabei auch deutlich unterschiedliche Resultate für die Bevölkerung.

Am deutlichsten wird dies bei den Vorschlägen und Strategien, die Anzahl der Nichtversicherten zu verringern. Hier schlägt Obama zum einen eine Stärkung und Förderung der Arbeitgeberversicherung vor, die er durch eine öffentlich und privat getragene Gruppenversicherung ergänzen will ("Private and public group insurance with consumer protections and income-based subsidies"). McCain setzt seinerseits auf die Stärkung privater individueller Versicherung, und will dies durch Steuererleichterungen und Deregulierung unterstützen ("Tax credits for individual market insurance").

Die rein private Marktlösung würde nach Berechnungen der Verfasser des Reports in 10 Jahren die Anzahl der Nichtversicherten um 2 Millionen reduzieren während Obama's Plan die Zahl der Unversicherten um 34 Millionen Personen verringern würde.

Trotz einer deutlichen Präferenz der AutorInnen und des CWF für den Kandidaten Obama, werden die Positionen beider Kandidaten knapp aber korrekt dargestellt und erlauben auch Nichtamerikanern einen schnellen Überblick.

Über die Website mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse des Berichts gelangt man zu dem kostenlos erhältlichen 48-seitigen Gesamtreport und einem 19 Seiten umfassenden Chartpack der wichtigsten vergleichenden Darstellungen. Ergänzt werden die Texte durch ein Interaktives Feature.

Bernard Braun, 4.10.2008