Home | Patienten | Gesundheitssystem | International | GKV | Prävention | Epidemiologie | Websites | Meilensteine | Impressum

Sitemap erstellen RSS-Feed

RSS-Feed
abonnieren


Weitere Artikel aus der Rubrik
International
USA - Reformen


CBO-Report zu Wirkungen von Trumpcare: 2026 werden 23 Millionen US-Bürger weniger krankenversichert sein als mit Obamacare (25.5.17)
2015 waren 28,6 Millionen US-BürgerInnen trotz sinkender Tendenz ohne Krankenversicherungsschutz - so wenig wie nie zuvor. (24.5.16)
Commonwealth Fund-Newsletter: Wie kann die gesundheitliche Versorgung in den USA aber auch anderswo verbessert werden?!! (26.3.16)
Die Bedeutung der Rechtsprechung für (Gesundheits)-Gesetze am Beispiel von Obamacare (26.6.15)
"Das Letzte was im US-Gesundheitssystem gebraucht wird, sind noch mehr Füchse als Hühnerstallwache" - Obamacare und was nun? (7.4.15)
50 Jahre Medicare - staatlicher als für die USA erwartet und zum Teil innovationsfreudiger im Sinne der Versicherten als die GKV (15.1.15)
Neue Ungleichheiten trotz Obamacare: Worin und wie stark sich Mindestleistungspakete zwischen US-Bundesstaaten unterscheiden (25.10.14)
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: "Open Payment" oder "Sunshine database" zwischen Licht und Schatten! (8.10.14)
Kann eine Reform des Krankenversicherungsschutzes Leben retten? Positive Anzeichen in Massachusetts (USA) (18.5.14)
Auch eine Form sozialer Ungleichheit: 50% der nicht krankenversicherten US-BürgerInnen leben in 3,7% aller Counties (6.2.14)
Wie viele US-Amerikaner ohne Krankenversicherung nutzen die mit dem "Affordable Care Act" geschaffenen Versicherungsmöglichkeiten? (25.11.13)
Viele US-Bundesstaaten weiten den Schutz von Medicaid nicht aus: 42% der armen BürgerInnen drohen unversichert zu bleiben (8.9.13)
"Health reform illiteracy" oder wie langsam Gesundheitsreformgesetze ihre Klientel erreichen. Das Beispiel "ACA" der USA (25.3.13)
"All the prices are too damn high." Warum können viele US-BürgerInnen auch mit Obamacare ihre Arztrechnungen nicht bezahlen? (28.2.13)
Kürzeres Leben und dies in schlechterer Gesundheit - Die Gesundheit der US-BürgerInnen im Vergleich mit 16 Industriestaaten (9.1.13)
Anhörung zur Verfassungsmäßigkeit des US-Gesundheitsreformgesetz vor dem "Supreme Court of the United States" in Ton und Schrift (27.3.12)
Es werde Licht - Transparenzregelungen in den USA werden konkretisiert (16.2.12)
Wie zügig "der Markt" 44% der erwachsenen US-BürgerInnen 2010 zu Unter- oder Nichtversicherten im Krankheitsfall machte. (8.9.11)
Wer klagt warum und mit welchem Erfolg gegen die Gesundheitsreform der Obama-Administration? (10.6.11)
2007-2010: Anteil der US-Bürger ohne Krankenversicherung nähert sich immer mehr der 20-Prozent-Marke (10.11.10)
Offenlegung von Interessenkonflikten: gravierende Lücken bei hohen Beträgen (15.9.10)
Gesundheitsreform in den USA verabschiedet - und was nun? Ein Kurzüberblick des Commonwealth Fund. (16.5.10)
2.310, 26 und 11 Seiten - Dokumente und Übersichten zum verabschiedeten Krankenversicherungsreformgesetz der USA. (25.3.10)
Der US-"Gesundheitsgipfel" zum Nachlesen. (28.2.10)
"King Anderson"-, "Hill-Burton"- oder "Wagner-Murray-Dingell"-Bill oder Gibt es eine Geschichte der Gesundheitsreformen der USA ? (14.1.10)
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Gesundheitsreformgesetze des US-Repräsentantenhaus und Senats (5.1.10)
Wie weit verfehlen US-Repräsentantenhaus und -Senat im Moment das Reformziel Nr. 1: Das Ende der Nicht-Krankenversicherten? (7.12.09)
Was kostet die US-Gesundheitsreform? Aktuelle Daten des "Congressional Budget Office" zu einer noch länger aktuellen Reformdebatte (4.12.09)
US-Gesundheitsreform zwischen 49 und 1990 Seiten - Quellen zum Gesetzgebungsprozess (11.11.09)
"Einmal täglich" - Informationsplattform zur Gesundheitsreform in den USA (13.5.09)
Gute und schlechte Nachrichten - Ist das Medicaid-Programm der USA auch Modell für die künftige Absicherung ärmerer Kranker? (2.5.09)
Kurze Geschichte über 75 Jahre Gesundheitsreformen in den USA und (k)ein Ende!? (17.4.09)
5,5 Millionen $ von Versicherungs- und Pharmafirmen für US-Gesundheitspolitiker: Wohin fließt das Startpaket von 634 Mrd. $? (10.3.09)
"Obama übernehmen Sie" - Worauf die neue US-Regierung bei ihrer beabsichtigten Gesundheitssystemreform achten muss. (26.2.09)
Wie können 45 Millionen nicht versicherte US-Amerikaner einen Krankenversicherungsschutz erhalten? Ein aktueller Wegführer. (9.12.08)
Obama versus McCain - Dokumentation und Debatte im "New England Journal of Medicine" (13.10.2008)
"Choices for america" - Wie unterscheiden sich McCains und Obamas Gesundheitspolitiken? (4.10.2008)
SCHIP: Hoffnung für Kinder ohne Krankenversicherung oder trojanisches Pferd der Staats-Übernahme des Gesundheitsmarkts? (6.8.2007)
"Health08.org" - Eine Informationsquelle über die Rolle der Gesundheitsreformen im US-Präsidentschaftswahlkampf. (20.7.2007)
Mehrheit der US-Amerikaner für "Health Insurance for all" (19.4.2007)
Qualitätsbezogene Arzthonorare: Die Mehrheit der US-Ärzte ist dafür (8.3.2007)
"Health Policy Picks" - Ein neuer Monats-Dienst mit "grauer" und "weißer" Literatur zur US-Gesundheitspolitik (24.2.2007)
P4P: Typische US-Modeerscheinung oder Zukunftsmodell "für alle"? (26.11.2006)
Gesundheitssystem-Reform in den USA: Der Massachusetts Health Care Reform Plan (23.11.2006)
Talking About Medicare and Health Coverage in USA (21.11.2005)
Phycisians for a National Health Program: Gesundheitsreform-Akteure in den USA (19.8.2005)

Seite mit den Texten aller Artikel aufrufen:
USA - Reformen
 

Andere Rubriken in "International"


USA - Versorgungsqualität

USA - Finanzierung, Kosten

USA - Soziale Ungleichheit

USA - Reformen

USA - Andere Themen

Großbritannien, United Kingdom

Schweiz

Andere Länder

Internationale Vergleiche, mehrere Länder



"Das Letzte was im US-Gesundheitssystem gebraucht wird, sind noch mehr Füchse als Hühnerstallwache" - Obamacare und was nun?

Artikel 2456 Bevor "Obamacare", d.h. der aktuelle Versuch das us-amerikanische Gesundheitssystem zu reformieren, in den Vorwahlkampf für den Nachfolger des Namensgebers des "Affordable Care Act (ACA)" gerät und im Falle eines Wahlsiegs des Kandidaten der "Grand Old Party" möglicherweise genauso vom Verschwinden bedroht ist wie ihr Namensgeber, lohnt sich mehr als ein Blick auf die materiellen Anlässe für die ACA-Reform, ihre Erfolge aber auch Mängel.

Wo man sich diesen Überblick im Moment am besten verschaffen kann und zugleich auch eine Menge über die fördernden und hemmenden Bedingungen für eine wirkliche Gesundheitssystemreform in den USA und möglicherweise auch anderswo erfährt, findet sich in einer vorab zugänglichen Buchbesprechung in der am 23. April 2015 erscheinenden Ausgabe des "New York Review of Books".

Die Verfasserin ist Marcia Angell, als langjährige Herausgeberin des "New England Journal of Medicine" und jetzige Senior Lecturer für Sozialmedizin an der Harvard Medical School eine der besten Kennerinnen des Gesundheitssystems der USA aber auch anderer Gesundheitssysteme. Das umfänglich besprochene Buch stammt von Steven Brill und trägt den programmatischen Titel "America's Bitter Pill: Money, Politics, Backroom Deals, and the Fight to Fix Our Broken Healthcare System".

Angells rund 7 Seiten umfassender Rezensions-Essay fokussiert u.a. auf die folgenden Highlights des Buches aber auch seine Grenzen:

• Sie hält es für "an exciting book about the American health system." Der Autor zeige "in all its horror how the way we distribute health care like a market commodity instead of a social good has produced the most expensive, inequitable, and wasteful health system in the world."
• Dabei macht das Buch auch "clear that the problems are unlikely to be fixed by Obamacare" - ein Sachverhalt der u.a. mit dieser Namensbezeichnung verschleiert wird.
• Im Buch finden sich auch Überblicke über die mit ACA erreichten Fortschritte z.B. beim Abbau der über 40 Millionen ohne oder mit zu geringem Krankenversicherungsschutz und der Einführung einer Versicherungspflicht unabhängig von Vorerkrankungen aber auch Restdefizite. Zu letzteren gehört u.a. die Tatsache, dass auch bei voller Wirkung von ACA wahrscheinlich noch 18 Millionen US-BürgerInnen oder 6% der Gesamtbevölkerung nicht krankenversichert sein werden.
• Es verwundert daher nicht, wenn Angell in diesem Zusammenhang auf eine besonders zum Start der Gesundheitsreform des ehemaligen US-Präsidenten Clinton intensiv diskutierte Reformvariante zu sprechen kommt: "Practically every serious economic analysis of the American health system has concluded that the most efficient way to provide care to everyone is through some form of single-payer system, such as Medicare for all, and that any other approach will eventually be unsupportable."
• Da Brill meint, "a public single-payer system … is never going to happen" schlägt er selber ein in seinen eigenen Augen realistischeres Reformmodell vor.
• Sein in der Rezension knapp vorgestelltes Programm umfasst sieben Punkte und besteht im Kern darin, dass "with lots of conditions" die US-Krankenhäuser eine Art Gesamtverantwortung für das Funktionieren einer kostengünstigen und qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung übernehmen.
• Zu den Bedingungen gehört u.a. eine Begrenzung der Ärzteeinkommen, der Gewinne von Krankenhäusern auf z.B. 8% pro Jahr, die Verpflichtung Medicaid-Versicherte (also Versicherte in der steuerfinanzierten Krankenversicherung für Arme) mit einem Rabatt zu behandeln oder die Auflage, dass nur Ärzte mit einer bestimmten Berufserfahrung Klinik-CEOs werden können.
• Ihre knappe kritische Auseinandersetzung mit diesem Konzept beginnt Angell mit der weit verbreiteten Metapher, im Gesundheitssystem seien häufig Füchse mit dem Schutz oder der Aufsicht über den Hühnerstall betraut, was schief gehen müsse. Sie kommt zu dem Schluss, dass auch derart regulierte Kliniken Füchse seien und daher "simply not accept such constraints. After all, their diet is hens."
• Sie empfiehlt daher ausdrücklich die Lektüre des materialreichen Buches, warnt aber vor dem Hintergrund der langjährigen Erfahrungen in den USA vor alten und neuen Füchsen und plädiert für einen Paradigmenwechsel zugunsten der Gesundheitsversorgung als sozialem Gut: "Until we begin to treat health care as a social good instead of a market commodity, there is simply no way to make health care universal, comprehensive, and affordable. Brill's book is a superb, even gripping, description of the American health system and the creation of Obamacare, but he is misguided in his recommendation for reform by turning over the administration of the health care system to hospitals. The last thing we need is more foxes guarding the henhouse."

Die Rezension Health: The Right Diagnosis and the Wrong Treatment von Marcia Angell über das Buch "America's Bitter Pill: Money, Politics, Backroom Deals, and the Fight to Fix Our Broken Healthcare System" von Steven Brill (512 Seiten u.a. auch als eBook für rund 16 Euro erhältlich) ist online kostenlos erhältlich und erscheint am 23. April 2015 in der Druckausgabe des qualitativ weltweit einmaligen "New York Review of Books".

Bernard Braun, 7.4.15