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Beschäftigungsboom in der Gesundheitswirtschaft? Ja, aber, aber …!

Artikel 1255 Dass sich ein skeptischer Blick hinter die Euphorie vom "Jobmotor" Gesundheitswirtschaft lohnt, zeigten in der Vergangenheit bereits mehrere differenzierte Forum-Analysen der Daten des Statistischen Bundesamtes.

Ein gerade erschienener Forschungsbericht (Forschung Aktuell 6/2008) aus dem Institut für Arbeit und Technik (IAT) unterstreicht und erweitert eine realistische Betrachtung und liefert zugleich interessante Daten zur regionalen Verteilung der Beschäftigungstrends in den verschiedenen Bereichen der Gesundheitswirtschaft.

Zum Anteil der Gesundheitswirtschaft an den Gesamtarbeitsplätzen und deren innere Struktur liefert der Bericht folgende Informationen:

• Insgesamt arbeiteten 2006 in Deutschland 4,6 Millionen Menschen in der Gesundheitsbranche. Von ihnen waren 82% sozialversicherungspflichtig und 12% ausschließlich geringfügig beschäftigt. 6% waren Selbständige.
• Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse nahm zwischen 2003 und 2007 um 2,1% zu, was im Vergleich zur geringen Abnahme derselben Art von Beschäftigung um 0,4% in der Gesamtwirtschaft den Ruf vom "Jobmotor" begründet hat.
• Diese Euphorie wird aber gewaltig dadurch eingeschränkt, dass der Großteil der Beschäftigungseffekte "durch die Substitution von Vollzeit- in Teilzeitstellen zu erklären" ist: "Während die Vollzeitstellen im Gesundheitssektor um 7,7 Prozent absanken, stieg die Teilzeitbeschäftigung um fast 19 Prozent. Auch wenn die Gesundheitswirtschaft seit jeher aufgrund des überdurchschnittlichen Frauenanteils im klassischen Gesundheitswesen sowie der Altenhilfe durch Teilzeitbeschäftigung dominiert ist, nimmt seit 2003 der Anteil der Teilzeitbeschäftigten weiter rasant zu. So wuchs der Anteil der in der Gesundheitswirtschaft tätigen Teilzeitbeschäftigten an allen dort sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den letzten fünf Jahren um 4 Prozentpunkte von 25,9 Prozent auf 30,2 Prozent. Die entsprechenden Anteile in der Gesamtwirtschaft sind lediglich um knapp 2 Prozentpunkte von 15,9 Prozent im Jahr 2003 auf 17,8 Prozent im Jahr 2007 gewachsen. Der Trend einer zunehmenden Teilzeitbeschäftigung weitet sich auch auf den bisher durch Vollzeitstellen dominierten Vorleistungs- und Zulieferbereich aus. Während dort die Vollzeitbeschäftigung um etwa 30 Prozent absank, stieg die Teilzeitbeschäftigung um 23,3 Prozent an."
• Dies wird qualitativ noch dadurch verschärft, dass in der Gesundheitswirtschaft auch die Anzahl der geringfügigen Beschäftigung zunimmt. Zwischen 2003 und 2007 stieg dort die Anzahl der "Mini-Jobber" um 7,3% auf 584.300 Personen an, lag damit aber immerhin noch unter dem gesamtwirtschaftlichen Zuwachs dieser Beschäftigungsverhältnisse von 11,6%.

Beim regionalen Vergleich der Gesundheitswirtschafts-Arbeitsplätze fällt eine gravierende Ungleichverteilung auf:

• Bei einem Bundesdurchschnitt von 5,4% ragen Spitzen-Arbeitsagenturbezirke wie Marburg (12,6%), Münster (10,8%) und Heidelberg (8,4%) weit heraus. Im Zeitraum 2003-2007 gibt es aber auch Verlierer wie beispielsweise die Region Korbach, die 2,6% der Gesundheitsarbeitsplätze vor allem durch den Abbau im stationären Rehabilitationsbereich verlor.
• Im Medizintechnikbereich gibt es noch stärkere Ungleichverteilung und damit verbundene Abhängigkeiten: Der bundesweite Spitzenreiter bei diesen Arbeitsplätzen, der Arbeitsagenturbezirk Rottweil hat 9% seiner gesamten Arbeitsplätze in diesem Bereich.
• Ebenfalls ein großes Gewicht an allen Arbeitsplätzen haben Krankenhausbeschäftigte in Münster (4,4%) oder Marburg (3,3%).

Wie schon das mehrmalige Auftauchen einiger Städte auf den Spitzenplätzen andeutet, sind bestimmte Kombinationen von Teilbereichen der Gesundheitsbranche, wie etwa die Existenz von Unikliniken und innovativen Technikherstellern, förderlich für einen hohen Anteil von Arbeitsplätzen an allen Arbeitsplätzen.

Die 9 Seiten umfassende Studie "Beschäftigungstrends in der Gesundheitswirtschaft im regionalen Vergleich" von Elke Dahlbeck und Josef Hilbert ist als PDF-Datei kostenlos erhältlich. Über die IAT-Homepage ist auch der Zugriff auf weitere Arbeiten des Institutsschwerpunkts "Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität über die quantitative und qualitative Bedeutung der Gesundheitswirtschaft möglich.

Bernard Braun, 5.6.2008