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Preis, gesundheitsbezogene Qualität und Komfort von Laufschuhen: Keine Spur von Zusammenhang.
Egal, ob drei Streifen, gar keine Streifen, wasser- oder edelgasgepuffert oder mit und ohne Super-Torsion: "Richten Sie sich ja nicht nach dem Preis, wenn es um die Wahl von möglichst gesunden Sportschuhen geht!", so könnte salopp die Schlussfolgerung aus einer kleinen Studie in Großbritannien lauten.
Unter der Überschrift "Do you get value for money when you buy an expensive pair of running shoes?" berichten Richard Thomas Clinghan, Graham P Arnold, Tim S Drew, Lynda Cochrane und Rami J Abboud vom Institute of Motion Analysis & Research der University of Dundee in der im Verbund mit dem BMJ erscheinenden Fachzeitschrift "British Journal of Sports Medicines" (Online first 11. Oktober 2007) von einer Untersuchung des Zusammenhangs von messbarer Qualität sowie subjektiv empfundenem Komfort von Sportschuhen mit den extrem unterschiedlichen Preisen.
In ihr wurden von 43 Testpersonen drei Paar Laufschuhe von drei verschiedenen Herstellern aus drei Preiskategorien, nämlich 40-45, 60-65 und 70-75 britischen Pfund gekauft und getestet. Die Tests bestanden in einer Messung der für die Sport- und Gesundheitsfunktion wichtigen Druckverteilung und damit Abfederung von Stößen gegenüber dem Gelenk- und Skelettsystem des Läufers auf der gesamten Fußsohle mit Hilfe des so genannten PEDAR-Systems. Der Komfort der Schuhe konnte auf einer validierten Skala bewertet werden. Diese Messungen erfolgten sowohl während Übungen auf einem Lauf-Heimtrainer und beim Outdoor-Walking, wobei sich keine großen Unterschiede bei der Leistungsfähigkeit der Schuhe zeigten.
Die weiteren Ergebnisse lauteten:
• Niedrig- und mittelpreisige Laufschuhe derselben Marke lieferten dieselbe, wenn nicht sogar eine bessere Federungswirkung wie die hochpreisigen Produkte. Insgesamt gab es aber weder zwischen den unterschiedlich teuren Exemplaren derselben Marke noch zwischen Marken nennenswerte Unterschiede.
• Die Bewertung des Komforts hängt offensichtlich stark von individuellen Präferenzen ab und hing weder mit der gemessenen Druckverteilung noch dem Preis der Schuhe zusammen. Hier muss angemerkt werden, dass den Testpersonen der Preis und die Marke der Schuhe unbekannt war, d.h. auch eindeutige Erkennungsmerkmale verdeckt wurden.
• Der Preis war kein Indikator oder Prädiktor für Federungsleistung oder Komfort.
Von dem Aufsatz "Do you get value for money when you buy an expensive pair of running shoes?" gibt es kostenfrei lediglich ein Abstract.
Bernard Braun, 15.10.2007