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Gesundheitsforscher Prof. Beske fordert: "Mehr Geld ins System oder Leistungsausgrenzungen"

Artikel 0376 Erst vor kurzem erschreckte Prof. Dr. Fritz Beske mit einem Horrorszenario die Gesundheitspolitiker: In einer Studie rechneten die Autoren bei einer durch den medizinischen Fortschritt ausgelösten jährlichen Ausgabensteigerung von 1 Prozent mit einer Verdopplung, bei 2 Prozent mit einer Verdreifachung des heutigen Beitragssatzes von 14,2 Prozent bis 2050 und damit auf 43 Prozent: Verdreifachung der GKV-Ausgaben bis 2050 durch medizinischen Fortschritt?
Jetzt legte der Direktor des nach ihm benannten Kieler Forschungsinstituts noch einmal nach.

"Bei begrenzten Mitteln gibt es nur zwei Möglichkeiten, um politisch gewollte neue medizinische Leistungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) umzusetzen: Enweder mehr Geld ins System oder aber bestehende Leistungen kürzen. Niemand, der verantwortungsbewusst handelt, kann auf Dauer mehr Geld ausgeben als er verdient." Mit dieser einfachen Wahrheit fordert Beske den Beginn einer öffentlichen Diskussion über eine Neubestimmung und strukturelle Umgestaltung des Leistungskatalogs der GKV und verwies darauf, dass diese Forderung auch von anderen, so vom Nationalen Ethikrat, erhoben wird. Da eine derartig schwierige Diskussion nur mit konkreten Vorschlägen angestoßen werden kann, macht der Kieler Experte mit der soeben vorgestellten Studie "Neubestimmung des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenversicherung - Ein Handlungskonzept" eine Reihe konkreter Vorschläge.

So lassen sich danach etwa durch die Herausnahme von Leistungen, die nicht der Versorgung im Krankheitsfall dienen, rund 4 Milliarden Euro einsparen. Solche Leistungen erkennt Beske u.a. in:
• "versicherungsfremden Leistungen" (Genannt werden: Medizinische Vorsorgeleistungen, Medizinische Vorsorge für Mütter und Väter, medizinische Rehabilitation für Mütter und Väter, Empfängnisverhütung, Schwangerschaftsabbruch und Sterilisation außer bei medizinischer Indikation, Häusliche Krankenpflege, darin: hauswirtschaftliche Versorgung, Haushaltshilfe, Krankengeld bei Erkrankung des Kindes, Unterstützung der Versicherten bei Behandlungsfehlern, Mutterschaftsgeld)
• Patientenberatung und Patienteninformation
• Primärprävention ("Primärprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dies bedeutet, dass die finanziellen Aufwendungen für Primärprävention von der öffentlichen Hand zu tragen sind")
• Selbsthilfeförderung.

Vorgeschlagen werden weiterhin vielfältige Umgestaltungen und Neustrukturierungen, z.B. der Heil- und Hilfsmittelversorgung und der psychotherapeutischen Versorgung. Beske hofft, damit endlich eine faktenbasierte öffentliche Diskussion über das, was die Solidargemeinschaft tragen will, anzuregen. Diese ist seiner Meinung nach dringend notwendig, um undurchsichtigen Leistungseinschränkungen zuvorzukommen.

Über den Diskussionsverlauf macht er sich jedoch keine Illusionen: "Jede Diskussion über Einschränkungen des Leistungskatalogs mündet in den Vorwurf der Zwei-Klassen-Medizin. Dies geht jedoch am Grundproblem der Gesundheitsversorgung vorbei. In jedem Land der Welt können sich Wohlhabende mehr leisten, auch in der Gesundheitsversorgung. Es ist irrelevant, ob sich einige mehr leisten können als andere. Relevant ist allein, dass jedem Bürger unabhängig vom Einkommen im Krankheitsfall eine bedarfsgerechte Versorgung zur Verfügung steht."

Die Studie "Neubestimmung des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenversicherung - Ein Handlungskonzept" von Prof. Beske ist als Band 107 in der Schriftenreihe des Fritz Beske Instituts für Gesundheits-System-Forschung Kiel erschienen und kann gegen eine Schutzgebühr von 10 € zzgl. Versandkosten bestellt werden beim IGSF Kiel.

Eine 15seitige ausführliche Pressemitteilung ist hier kostenlos verfügbar: Neubestimmung des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenversicherung - Ein Handlungskonzept

Gerd Marstedt, 7.12.2006