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Patienten
Arzt-Patient-Kommunikation


Mehr Transparenz über verordnete und gekaufte Medikamente für PatientInnen und ÄrztInnen durch Medikationsplan!? Ja, aber…. (26.10.17)
Was haben die 75% der deutschen Ärzte von der Transparenz über Industriezahlungen an sie zu befürchten, die sie 2016 verhinderten? (21.9.17)
Unheilbarer Krebs: die meisten Patienten wünschen vollständige Informationen (11.7.16)
"Well, palliative is, oh God, where people go to hospital to die." Die Rolle von Begriffen und Einbettungen im Gesundheitswesen (25.4.16)
Chemotherapie bei fortgeschrittenem Krebs: Ärzte lassen Patienten keine Wahl, aber Patienten merken es nicht (16.3.16)
Ungleichheit in der palliativen Behandlung am Beispiel von Schlaganfall- und Krebspatienten in Schweden (13.3.16)
Neue Krebsmedikamente 5: Fortgeschrittener Krebs - keine Chemotherapie ist auch eine Option (24.2.16)
"Wie empathisch ist Ihr Arzt?": "fragen Sie dazu Ihre Spracherkennungssoftware" (6.12.15)
Der "fordernde Patient" - ein Mythos (13.8.15)
Beteiligung von Krebspatienten bei Behandlungsentscheidungen verbessert die Versorgungsqualität (6.8.15)
Je nach Thema bewirken auch Arzt-Ratschläge nichts: Das Beispiel Impfen. (1.6.15)
Schäden von Krebsfrüherkennung 4 - Mit Sicherheit nutzlos, trotzdem verbreitet: Krebsfrüherkennung bei Alten und Kranken (19.2.15)
Schäden von Krebsfrüherkennung 3 - "Falscher Alarm" bei Brustkrebsfrüherkennung bewirkt psychische Langzeitschäden (19.2.15)
Schäden von Krebsfrüherkennung 2 - Quantität und Qualität der Studien zu psychischen Folgen von Krebsfrüherkennung unzulänglich (19.2.15)
Schäden von Krebsfrüherkennung 1 - Schäden werden nicht ausreichend erforscht (19.2.15)
Schäden von Krebsfrüherkennung - 4 neuere Studien (19.2.15)
Beratung über sexuelle Aktivitäten nach Herzinfarkt Mangelware und trotz Leitlinienevidenz restriktiv und frauen-/altenfeindlich (17.12.14)
Präferenzfehldiagnose bei Stentimplantation und beim Prostatakrebs (28.7.14)
Unterschiedliche Prioritätensetzung erschwert gemeinsame Entscheidungsfindung: Das Beispiel Empfängnisverhütung. (12.6.14)
"Noncompliance kann tödlich enden" oder warum es beim Entlassungsmanagement in Kliniken manchmal um mehr als warme Worte geht (29.5.14)
Bessere Behandlungsergebnisse durch Information und Beteiligung (16.5.14)
Nutzung von elektronischen Patienteninformationen und Entscheidungshilfen kann Arzt-Patient-Kommunikation negativ beeinflussen (29.1.14)
Ärztinnen sind bei der Behandlung von Diabetikern besser als Ärzte, aber weniger "produktiv" - doch stimmt letzteres wirklich? (26.10.13)
Wie kommt es zu mangelnder Therapietreue? Ergebnisse einer qualitativen Studie mit an rheumatoider Arthritis erkrankten Menschen (11.8.13)
Teilnahme an medizinischer Forschung: grobe Qualitätsmängel der Patienteninformationen (1.12.12)
Choosing Wisely - Klug entscheiden: Fachgesellschaften und Verbraucher Hand in Hand für eine gute Versorgung (30.11.12)
Lungenkrebs und Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium: Illusionen über Heilung bei der Mehrzahl der Patienten (25.10.12)
Schlechte Information der und Kommunikation mit Eltern zum Risiko unerwünschter Wirkungen von Arzneimitteln ihrer Kinder (15.10.12)
Mehr Wirtschaft als Gesundheit - Staatliche Förderung für IgeL (9.8.12)
Nicht nur "offensichtlich" sondern empirisch sicher: Wirkungen nonverbalen Verhaltens von Ärzten und Pflegekräften auf Patienten (20.7.12)
Vom Gesundheitsnutzen des Engagements und der Beteiligung von Patienten, und wie ungleich dies im 11-Ländervergleich aussieht. (19.7.12)
Autoritäres Verhalten von Ärzten verhindert Shared Decision Making (16.6.12)
Dramatische Wissenslücken: Ärzte und Früherkennung (13.3.12)
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) mit Krankenhausaufenthalt beruhen zu 67% auf Effekten von vier Arzneimitttelgruppen (27.2.12)
Offenlegung von Interessenkonflikten - unerwünschte Wirkungen möglich (24.2.12)
"Liar, Liar, Pants on Fire!" (Journal Watch vom 10.2. 2012) oder: Wie gehen ÄrztInnen gegenüber PatientInnen mit der Wahrheit um? (11.2.12)
Welchen Nutzen hat die Behandlung von kranken Menschen statt von Krankheiten? (5.11.11)
Wie lang und oft sollen der gesundheitliche Nutzen und die aufwandsenkende Wirkung von Patientenzentrierung noch bewiesen werden? (24.10.11)
Welche Eltern wollen hören, ihr Kind sei "voll fett"? Zur Bedeutung des "wording" von Ärzten für nicht normal gewichtige Kinder (5.10.11)
Fehlversorgung: 70% bis 80% der erkälteten Kinder und Jugendlichen in Bremen, Oldenburg und umzu werden mit Antibiotika therapiert (14.7.11)
Spornen besser informierte Patienten ihre Ärzte dazu an, mehr oder weniger Leistungen anzubieten? In den USA eher weniger! (1.6.11)
Darmkrebs-Screening: Entscheidungshilfen sind auch bei Personen mit geringem Bildungsstand nützlich, senken aber die Teilnahme. (20.11.10)
Warum verordnen Ärzte erkälteten Patienten "gegen besseres Wissen" immer noch viel zu viele Antibiotika? (2.11.10)
Im Krankenhaus: Vier-Minuten-Medizin für Patienten, 20 Sekunden für das Gespräch mit Angehörigen (20.4.10)
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"Wie geht es uns heute?" Der ärztliche Pluralis majestatis ist für Patienten kein Beleg partnerschaftlicher Kommunikation (3.1.10)
Kein Rechtsanspruch auf Widerruf einer ärztlichen Diagnose - OVG: "Alkohol-Missbrauch" ist ein Werturteil (17.11.09)
Mythos Wissensgesellschaft: Körperorgan-Wissen britischer Patienten seit fast 40 Jahren konstant gering! (5.7.09)
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"They don't ask me so I don't tell them" oder Warum Patienten längst nichts alles ihrem Arzt erzählen!? Beispiel Alternativmedizin (1.6.09)
Verbesserung der Compliance von Patientinnen zur Teilnahme an Früherkennung ist möglich - aber ärztliche Begeisterung ist nötig (14.4.09)
Schweiz: Nur 50% der Ärzte ist vom Nutzen des PSA-Tests überzeugt, aber 75% empfehlen ihn aus juristischen Erwägungen (23.3.09)
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Offenlegung ärztlicher Interessenkonflikte fördert Vertrauen der Patienten (12.2.09)
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Chemotherapie bei unheilbaren Krebsleiden: Ärzte verschweigen, dass die Lebenserwartung nur minimal verlängert wird (5.8.2008)
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Ärztinnen gehen bei der Kommunikation mit Patienten stärker auf deren Bedürfnisse und Emotionen ein (4.2.2008)
Onkologen gehen selten auf die Gefühle ihrer Patienten ein (2.2.2008)
Aus dem Grenzgebiet des Erforschbaren: Zur Existenz und Art von Machtausübung durch Sprache in Arzt-Patientkontakten (17.1.2008)
Kommunikation mit Krebspatienten über ihre Ängste: Den meisten Ärzten fehlen die rechten Worte (31.12.2007)
Sprachverwirrung: Wenn Ärzte mit Patienten sprechen und ihren medizinischen Fachjargon nicht unterdrücken (7.11.2007)
Viele Patienten können ihrem Arzt nicht sagen, welche Medikamente sie einnehmen (22.10.2007)
Beispiel Statine: Ärzte ignorieren und verschweigen oft Beschwerden von Patienten über Arzneimittel-Nebenwirkungen (29.8.2007)
Ärzte sind auch nur Menschen: Sympathie und unterschwellige Urteile sind ein zentraler Faktor für die Patientenzentrierung des Arztes (4.6.2007)
Kommunikation zwischen Arzt und Patient: Noch viele Defizite bei Medizinern (18.4.2007)
Hormontherapie in den Wechseljahren: Studie zeigt unzureichende Information durch Ärzte (12.4.2007)
Der Frauenanteil unter den Ärzten steigt: Ist dadurch die "sprechende Medizin" im Kommen? (15.3.2007)
Chemotherapie am Lebensende: Krebspatienten erfahren über ihre Krankheit mehr von Mitpatienten als von ihrem Arzt (12.1.2007)
Mangelnde ärztliche Kommunikation über Kosten und Einsatz neuer Arzneimittel in den USA (28.11.2006)

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Kommunikation zwischen Arzt und Patient: Noch viele Defizite bei Medizinern

Artikel 0658 Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist eine der Aufgaben klinisch tätiger Ärzte, die einen Großteil ihrer Arbeit ausmacht. Etwa 150-200.000 Patientengespräche führt ein Arzt im Laufe seines Berufslebens. Je mehr es dabei zu einem echten Dialog kommt, der Arzt auf Fragen des Patienten eingeht und sich in sein Gegenüber versetzt, desto besser ist auch der Therapieerfolg. Viele Studie haben diesen Zusammenhang gezeigt: Die Diagnosegenauigkeit nimmt zu, Patienten halten sich genauer an Medikamentenverordnungen, unnötige Krankenhauseinweisungen oder zusätzliche Pflegefälle werden vermieden. Allerdings hapert es in diesem Bereich noch vielfach. Auch wenn Patienten in Befragungen überwiegend sehr große Zufriedenheit mit ihrem Arzt äußern, ist eine der am meisten gestellten Patientenforderungen, dass Ärzte sich mehr Zeit für das Gespräch nehmen und besser und umfassender informieren.

Neuere Studien zum ärztlichen Kommunikationsverhalten gegenüber Patienten sind im angloamerikanischen und skandinavischen Bereich recht gängig, in Deutschland jedoch überaus selten. Zwar gibt es viele Patientenbefragungen (etwa im "Gesundheitsmonitor" der Bertelsmann-Stiftung), jedoch kaum einmal Studien, an denen Ärzte teilnehmen. Umso erfreulicher ist es, dass jetzt eine Doktorarbeit an der Freien Universität Berlin sich diesem Thema ausführlich gewidmet hat. Konstanze Müller hat in ihrer Dissertation "Kenntnisse und Einstellungen klinisch tätiger Ärzte zum Patienten-Gespräch" nicht nur den Forschungsstand sehr ausführlich dargestellt, sondern auch in einer eigenen Befragung von Ärzten überaus interessante Ergebnisse erzielt - interessante Ergebnisse, aber zugleich auch Ergebnisse, die für Patienten wenig erfreulich sind. Denn es zeigt sich: Zwar gibt es bei Ärzten ein gestiegenes Bewusstsein darüber, wie wichtig die Arzt-Patient-Kommunikation für den Behandlungsverlauf ist. Zugleich zeigen sich jedoch in der Umsetzung dieser Einsicht noch immer erhebliche Defizite.

In den ersten Kapiteln werden ausführlich theoretischer Forschungsstand und Ergebnisse empirischer Studien zur Arzt-Patient-Kommunikation dargestellt, deren Bedeutung für die "Compliance", die Patientenzufriedenheit und gesundheitsökonomische Effekte. Im zweiten Teil werden dann Befunde der eigenen Ärztebefragung vorgestellt. Basis ist eine schriftliche Befragung von knapp 100 in Berlin klinisch tätigen Ärzten, insbesondere Internisten und Chirurgen, die in drei Berliner Krankenhäusern der Regel- und Akutversorgung tätig waren.

Wesentliche Ergebnisse der Befragung waren:
• Im Vergleich zu Chirurgen bewerten Internisten Kommunikationsfertigkeiten für die eigene Arbeit höher ein und halten sie und diagnostisch für wertvoller.
• Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Medizinern in der Einstellung zum Patienten-Gespräch: Ärztinnen beurteilen die Kommunikation positiver und sind stärker darum bemüht, einen Einblick in die soziale Situation ihrer Patienten zu bekommen.
• Grundsätzlich werden Gespräche mit dem Patienten als überaus wichtig eingestuft. Diese positive Bewertung findet im realen Verhalten allerdings keine Entsprechung. Es gibt Widersprüche zwischen der nach außen dargestellten patientenorientierten Einstellung zum Gespräch und dem tatsächlichen Verhalten, so wie es in der Befragung in einer fiktiven Gesprächssituation überprüft wurde. Nur sehr wenige Ärzte gaben dem Patienten hier die Möglichkeit, sein Problem im Zusammenhang darzustellen.
• Es überwiegt ein arztzentrierter, direktiver Kommunikationsstil. Dies zeigt sich auch daran, dass Ärzte sich von der Teilnahme an einem Kommunikationstraining vor allem eine bessere Steuerung des Gesprächs erhoffen.
• Trotz einer verbal geäußertem patientenorientierten Grundhaltung und einer positiven Gesprächsbewertung zeigt das ärztliche Kommunikationsverhalten Merkmale eines Aktiv-Passiv-Modells, bei dem die Autonomie des Patienten eingeschränkt und seine Mitarbeit eher bescheiden und reaktiv ist.
• Kommunikations- und Gesprächstechniken werden in der Ausbildung kaum vermittelt. Die ärztliche Ausbildungssituation im Bereich interpersoneller Kommunikation ist insofern als defizitär zu bezeichnen ist und eine Verbesserung dringend notwendig.

Hier ist eine Übersicht zur Dissertation, einzelne Kapitel können von hier als PDF-Dateien heruntergeladen werden: Konstanze Müller: Kenntnisse und Einstellungen klinisch tätiger Ärzte zum Patienten-Gespräch - Eine Untersuchung zum ärztlichen Kommunikationsverhalten, Dissertation FU Berlin
Alle Kapitel können auch als PDF-Dateien gezipt heruntergeladen werden: Alle Kapitel der Dissertation, PDF-Dateien gezipt, 220 Seiten, 19 Kapitel

Gerd Marstedt, 18.4.2007