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Möglichkeiten und Grenzen von BürgerInnenbeteiligung in der Gesundheitspolitik und Gesundheitsforschung - Ein Cochrane-Review

Viele empirische Versuche, die Gesundheitspolitik oder verschiedenste inhaltlich relevante Methoden und Instrumente der gesundheitlichen Versorgung u.a. durch Beteiligung von BürgerInnen bürgerorientierter und vor allem wirksamer zu gestalten, mussten ihren Erfolg niemals im Rahmen systematischer Evaluation nachweisen noch waren veröffentlichte Ergebnisse vor Verzerrungen jedweder Art gefeit. Das rechtfertigende Argument, das in den Leistungsbereichen der medizinischen Versorgung angewandte Untersuchungsdesign randomisierter kontrollierter Studien, sei bei sozialen Interventionen oder [mehr...]

 


Neues aus der Demografieforschung: Wir leben nicht länger, weil der Alterungsprozess länger dauert, sondern später anfängt!

Ist die in den meisten europäischen und nordamerikanischen Ländern auch heute noch stetige Verlängerung der Lebenserwartung in Richtung 90 und mehr Jahre der nächste Höhepunkt der "demografischen Bedrohung" oder muss man sich vielmehr überlegen, was die immer zahlreicher werdenden 90+-Menschen mit den immer mehr werdenden gesunden Lebensjahren anfangen können? Auf diese Frage liefert jetzt eine materialreiche Studie zum Stand der demografischen Forschung des Rostocker Bevölkerungswissenschaftler James Vaupel in der renommierten Wissenschaftszeitschrift "Nature" klare [mehr...]


"Kann denn das bisschen Rauch gefährlich sein?" - Kurzinformationen zum Gesundheitsrisiko "Passivrauchen"

Auch wenn das Statistische Bundesamt gerade meldet, dass die Steuereinnahmen durch Zigaretten im zweiten Quartal 2010 u.a. wegen der gestiegenen Preise 10 % niedriger lagen als im Vergleichsquartal des Vorjahrs, stieg der Großteil der Raucher nicht aus, sondern nur auf selbstgedrehte Glimmstengel um. Damit tragen sie aber auch weiterhin zu einem immer besser beschriebenen Gesundheitsrisiko durch Aktiv- und Passivrauchen bei, dessen Dimensionen das Robert Koch Institut in der aktuellen Ausgabe Nr. 3 seines Info-Dienstes "GBE-kompakt" zum Thema Passivrauchen nochmals kurz und gut [mehr...]

 


"These data should not see the light of day to anyone outside of GSK". Risikowissen vorsätzlich durch Hersteller unterdrückt!

Der damals für die Arzneimittel-Richtlinien verantwortliche Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (also eine Art Vorläufer des heutigen Gemeinsamen Bundesausschuss [G-BA]) hat in seiner Sitzung am 3. Mai 2001 den Therapiehinweis nach Ziffer 14 Arzneimittel-Richtlinien für Thiazolidindione ("Glitazone") beschlossen, der zum Beispiel für die Wirkstoffe Pioglitazon und Rosiglitazon gilt. Der Wirkstoff wurde u.a. in den Mitteln Actos und Avandia der Arzneimittelunternehmen Takeda und GlaxoSmithKline (GSK) galt. Zu den Risiken heißt es unter anderem: "Über die Sicherheit der [mehr...]


Leider auch bei 35 Grad im Schatten und im Urlaub: Vorsicht vor offiziellen Mitteilungen zur Badegewässerqualität.

Passend zur Jahreszeit verkünden Kurverwaltungen, Tourismuszentralen und kommunale Verantwortliche für Baggerseen und Flußläufe nahezu unisono: Die Wasserqualität der Gewässer sei gut und erreiche nahezu Trinkwasserqualität. Dass auch hier regionalwirtschaftliche Interessen vor gesundheitlichen stehen könnten, konnte man angesichts des optischen Zustands mancher Gewässer schon immer befürchten. Und einzelne Nachmessungen für Strände an Ost- und Nordsee durch den ADAC stuften auch in diesem Jahr manchen offiziell unbedenklichen Platz als "bedenklich" ein. Wesentlicher Indikator für die [mehr...]

 


Schwedische ADHS-Studie: Medikamente werden häufiger verschrieben bei unterprivilegierten Müttern

Eine große schwedische Studie, in der jetzt Daten von 1,1 Millionen Kindern und Jugendlichen (Alter 6-19 Jahre) analysiert wurden, hat gezeigt: Das sogenannte Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitäts-Syndrom findet sich sehr viel häufiger bei Kindern, wenn Mütter aus unterprivilegierten sozialen Milieus kommen, also eine geringe Schulbildung aufweisen, alleinerziehend sind oder von Sozialhilfe leben. Genauer gesagt, wurde die Verteilung von ADHS nicht anhand ärztlicher Krankheitsdiagnosen untersucht, sondern die Verschreibung bestimmter, für die Krankheit typischer Medikamente wie Ritalin [mehr...]


Wie verallgemeinerbar sind Ergebnisse von und Empfehlungen aus RCT? Externe Validität am Beispiel Asthma.

Leitlinien oder therapeutische Empfehlungen auf der Basis evidenter Ergebnisse, die aus den bestmöglichen Studien gewonnen werden, gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine wirksame und wirtschaftliche gesundheitliche Versorgung. Randomisierte kontrollierte Studien (RCT) stellen dabei den "Goldstandard" dar. Trotzdem ist weder die Praxis (z.B. Verbreitung im Behandlungsalltag) noch die Methodik der evidenzbasierten Leitlinien und RCTs problemlos. Zu einem für die praktische Anwendung von Behandlungsempfehlungen in Arztpraxen und Kliniken wesentlichen Problem gehört die [mehr...]

 


Blutdruckmessen und Hochdruckbehandeln: Können Patienten Teile dieser wichtigsten Allgemeinarzttätigkeiten erfolgreich übernehmen?

Die in der Regel mit der ein- oder mehrmaligen Messung des Blutdrucks verbundene und begründete ICD-Diagnose I10 "essentielle (primäre) Hypertonie" bzw. der "Bluthochdruck" steht seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten auf Platz 1 der Hitliste der 50 häufigsten Diagnosen bei Allgemeinärzten und Internisten. Und selbst bei Augenärzten taucht diese Diagnose auf Platz 12 ihrer Diagnose-Hitliste auf. In einer der immer noch seltenen differenzierten Analysen des inhaltlichen Geschehens in der ambulanten ärztlichen Versorgung wurden im ersten Quartal 2001 24,3 % aller Patienten [mehr...]


Wirtschaftliche Verluste im Gastgewerbe durch Rauchverbote geringer als befürchtet

Die Bevölkerung Bayerns hat sich in einem Volksentscheid für ein konsequentes und strenges Rauchverbot entschieden. Fast zwei Drittel der Wähler (61%) stimmten dafür, das Rauchen in Kneipen, Gaststätten und Bierzelten zu verbieten und dies ohne jede Ausnahme. Dass die ab 1.8.2010 geltende Regelung nachhaltige ökonomische Negativeffekte für die bayerische Gastronomie mit sich bringen könnte, ist allerdings unwahrscheinlich. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die in der Vergangenheit mit dem Rauchverbot zusammenhängenden Umsatzeinbußen deutlich geringer ausfielen als vorhergesagt. Die in den [mehr...]

 


Betriebliche Gesundheitsförderung zur Änderung des Lebensstils zeigt Erfolge bei Risikogruppen

31 Studien zu Interventionen bei Arbeitnehmern, in denen eine Steigerung der körperlichen Aktivität oder eine Verbesserung der Ernährung angestrebt war, wurden jetzt noch einmal von einem niederländischen Forschungsteam einer Sekundäranalyse unterzogen. Überprüft wurde, ob sich durch die betrieblichen Maßnahmen der körperliche Gesundheitszustand der Beschäftigten geändert hatte. Als Indikatoren dafür wurden das gemessene Körpergewicht, Körperfett, Blutdruck, Blutfette und/oder der Blutzuckerspiegel berücksichtigt. Fazit der Bilanzierung war: Insbesondere Beschäftigtengruppen mit einem erhöhten [mehr...]


Wie frei dürfen Privatkrankenversicherungen mit ihren Kunden umgehen? Bundesverwaltungsgericht zieht Grenze zugunsten Altkunden

Vor einigen Wochen wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft ein Gutachten des Berliner IGES-Instituts und des Ökonomen Rürup vorgelegt, das die Private Krankenversicherung u.a. dafür kritisiert, dass sie sich mehr um Neumitglieder kümmert als um Bestandskunden: Indem PKV-Unternehmen die "Spielräume, mit ihrer Tarifangebotspolitik Versichertengruppen mit … systematisch unterschiedlicher Risikostruktur wirksam voneinander zu trennen" nutzen, gelingt es ihnen "den Wettbewerb um Versicherte ganz auf Neukunden zu konzentrieren". Dies führt dazu, dass sie "die Ineffizienzen im [mehr...]

 


Therapien mit Antibiotika: Meta-Analyse von 24 Studien stellt erneut massive Risiken der Resistenzbildung fest

Die Verschreibung von Antibiotika bei Atemwegs-Erkrankungen oder anderen, ganz überwiegend nicht bakteriell verursachten Krankheiten ist wohl ein besonders prägnantes Beispiel für die im Gesundheitswesen immer noch verbreiteten Wege medizinischer Über- und Fehlversorgung. Die Verschreibung von Antibiotika hat zwar bei vielen Patienten eine emotional beruhigende Wirkung. Dies führt aber bei Infektionskrankheiten durch Viren zu keiner schnelleren Rekonvaleszenz und birgt das Risiko, dass damit Krankheitserreger zunehmend gegen Antibiotika resistent werden. Eine jetzt in der renommierten [mehr...]


"Warten auf den medizinisch-technischen Fortschritt!?" Das Beispiel "Humane Genome Project"

3 Milliarden US-Dollar waren vor rund 10 Jahren in den USA ausgegeben worden, um das aus Sicht von Genetikern und Biologen bedeutendste Projekt für die vollständige Transparenz der menschlichen "Gen-Landkarte" abzuschließen. Damit sollte die entscheidende Voraussetzung für eine Revolution im Gesundheitswesen geschaffen werden. So meinte der damalige US-Präsident B. Clinton am 26. Juni 2000 bei der Vorlage der ersten Version der Genomkarte, dies würde "revolutionize the diagnosis, prevention and treatment of most, if not all, human diseases." Und der Direktor der [mehr...]

 


Ein hoher Intelligenzquotient senkt das Suizid-Risiko - außer man ist psychotisch erkrankt

Männer mit einem hohen Intelligenzquotienten (IQ) begehen seltener Selbstmord als solche mit niedrigem IQ. Lediglich bei psychotisch Erkrankten zeigt sich dieser deutliche Zusammenhang nicht mehr. Verlaufsdaten von über 1,1 Millionen schwedischen Männern bilden die Basis dieser Studie, die jetzt im "British Medical Journal" veröffentlicht wurde. Die schwedische Forschungsgruppe hatte bereits im Jahre 2005 Untersuchungsergebnisse veröffentlicht, die auf ähnlichen Daten beruhen (vgl. "Suizid ist auch eine Frage der Intelligenz"). Schwedische Männer müssen im Alter von etwa 18 Jahren [mehr...]


Trotz einem Positivlisten-System für Arzneimittel: Frankreich fast immer in der Spitzengruppe des Arzneimittelmarktes dabei!

Im Herbst 2009 hat ein bei SPIEGEL-Online veröffentlichter Artikel über das Preisdiktat der Pharmaindustrie in Deutschland auf einen interessanten externen Effekt der deutschen Verhältnisse hingewiesen: "Im europäischen Ausland gilt Deutschland wegen dieser Einzigartigkeit als Referenzmarkt - zur Freude der dortigen Behörden. In Frankreich zum Beispiel wartet man gern, welchen Preis die Hersteller in Deutschland den Kassen diktieren. Dort hat die Pharmaindustrie dann wenig zu melden - sogenannte Verhandlungen laufen vielmehr nach dem Prinzip: Preis in Frankreich = deutscher Preis minus 20 [mehr...]

 


Ist es sporadisch und selten, wenn in Japan 99,7 % der Schweinegrippeviren gegen Tamiflu resistent sind? Die WHO meint ja!

Die interessierte Welt hat durch einen Aufsatz in renommierten Medizinjournal "British Medical Journal (BMJ)" (vgl. dazu auch eine Zusammenfassung der Aussagen dieses Aufsatzes und anderer Texte im "forum-gesundheitspolitik") erfahren, dass mehrere Experten mit der WHO bekannten finanziellen Verbindungen zu Pharmafirmen, die finanzielle Interessen an einer bestimmten medikamentösen Art der Schweinegrippebekämpfung hatten, bei der Abfassung von WHO-Richtlinien beteiligt waren, die z.B. allen Nationalstaaten empfahlen, bestimmte antivirale Medikamente millionenfach anzuschaffen und [mehr...]


(Fehl)-Versorgung von Rücken- und Ischiasschmerzen: Besser normale Alltagsaktivitäten statt Bettruhe!

Während früher "Bettruhe" bei einer Fülle von Erkrankungen zu den bevorzugten therapeutischen Empfehlungen oder Anordnungen gehörte und auch die langen Liegezeiten in Krankenhäusern u.a. diesem Therapieprinzip entsprang, deutet sich seit einigen Jahren eine Kehrtwende an. Egal ob es die Zeit nach einem Herzinfarkt oder einer Entbindung ist oder nach verschiedenen Operationen, gehört die schnelle (Re-)Aktivierung von Patienten immer häufiger zum Mittel der ersten Wahl. Trotzdem müssen Patienten wie Therapeuten noch immer vom Nutzen und fehlenden oder geringen Schaden dieser Methode [mehr...]

 


USA: Wohnort entscheidet über die Zahl der Diagnosen

Geographische Unterschiede in der Versorgung werfen Fragen nach der Versorgungsqualität, erlauben jedoch keine einfachen Antworten (wir berichteten). Eine kürzlich veröffentlichte amerikanische Studie befasste sich mit der Frage der Verlässlichkeit der gestellten Diagnosen. Regional unterschiedliche Vorgehensweisen in der Diagnostik könnten zu regionalen Unterschieden in der Zahl der Diagnosen führen. So könnte der in manchen Regionen stärkere Einsatz diagnostischer Methoden wie Labortests und bildgebender Verfahren bei gleichem Gesundheitszustand durch eine höheren Zahl an Diagnosen zu [mehr...]


Fußball ist ohnehin schon ein Gesundheitsrisiko - Und jetzt auch noch die Vuvuzelas bei der Fußball-WM

Fußball ist für aktive Fußballspieler ein Gesundheitsrisiko ersten Ranges. Kreuzbandriss und Adduktorenzerrung, Kahnbeinbruch und Syndesmosebandriss sind Begriffe, die heute jedem Bundesliga-Fan wie selbstverständlich über die Lippen gehen, weil sie im Kicker oder in der Sportbild fast täglich von den Blessuren ihrer Lieblingsspieler lesen müssen. Doch auch der Fußballfan selbst, sei es im gegnerischen Stadion oder am heimischen Bildschirm lebt nicht ohne Risiko. In der renommierten medizinischen Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine (NEJM)" hatten Münchner Mediziner [mehr...]

 


"Todesursache" Nr. 1: Herzstillstand! Wie groß und inhaltlich folgenschwer ist das Elend der Todesursachenstatistik?

Zu den Klassikern unter den in der weltweiten Gesundheitsberichterstattung verwandten Indikatoren der gesundheitlichen Lage gehören die Häufigkeit und die Ursachen der Sterbefälle. Damit handelt es sich auch um die meistverwendeten Indikatoren in Gesundheitssystemvergleichen. Ebenso klassisch ist aber die Bemerkung, man könne zumindest die Verlässlichkeit oder Validität der Hauptinformationsquelle zu den qualitativen Details der Sterbefälle, nämlich die Todesursachenbescheinigungen "vergessen" - vor allem auch, wenn diese von niedergelassenen Ärzten ausgestellt wurden. Dies [mehr...]


Frühere Artikel:

Wie die Schweinegrippe-Politik der WHO jede Verschwörungstheorie in den Schatten stellt. Glaubwürdigkeit am Ende!
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