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Patienten
Versorgungsforschung: Krebs


"Vorsicht Studie" oder oft werden "positive" Ergebnisse durch Aenderung des primÀren Endpunkts produziert (3.12.23)
Hohe Preise für 65 Krebsmedikamente sind nicht durch ihren Nutzen gerechtfertigt. Daten aus UK, USA, D, F und CH (11.5.20)
Von den Möglichkeiten die Lebensqualität von PatientInnen zu messen. Nationale Normwerte machen es besser möglich! (22.12.18)
Digitale rektale Prostata-Untersuchung wegen Risiko von Über-/Fehldiagnostik nicht empfehlenswert, nur was sind die Alternativen? (19.3.18)
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Unheilbarer Krebs: die meisten Patienten wünschen vollständige Informationen (11.7.16)
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16% oder 0,3% - Relativ oder absolut und was folgt daraus für das Screening von Lungenkrebs? (19.10.14)
Risikopyramide Tabakrauchen: Aktivrauchen, Passivrauchen und nun auch noch "third hand smoke"-Rauchen (17.7.14)
Bewohner sozial schlecht gestellter Landkreise in Deutschland haben höhere Krebssterberisiken als Bewohner anderer Landkreise (1.2.14)
Risiko-Kommunikation bei einseitigem Brustkrebs überschätzt oft die Folgerisiken für die gesunde Brust und funktioniert zu wenig (17.9.13)
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Wie viele Jahre müssen Darm- und Brustkrebs-Gescreente noch leben, um den Überlebensnutzen der Untersuchungen genießen zu können? (3.3.13)
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"Iss und stirb" oder "Iss Dich gesund" - geht es beim Essen so oder so immer um Krebs!? (26.12.12)
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Zu viel Medizin, zu wenig Palliativ-Versorgung am Ende des Lebens (19.4.12)
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Avastin: Zulassungsverlust in den USA wegen Unwirksamkeit und Nebenwirkungen?! "Geld-zurück"-Vermarktungsstrategie in Deutschland! (30.10.11)
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Gibt es Überversorgung bei Screeningangeboten? Beim "Pap-Test" neigen amerikanische Ärzte sogar gewaltig dazu. (8.11.09)
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"Vorsicht Studie" oder oft werden "positive" Ergebnisse durch Aenderung des primÀren Endpunkts produziert

Artikel 2716 Die hĂ€ufig als eine Art Schlussakkord beabsichtigte Bemerkung "das zeigt eine Studie" gehört mittlerweile zum Repertoire vieler gesundheitswissenschaftlicher und politischer Diskussionen oder Talkshows, ebenso wie die Gegenwehr in Gestalt des "aber eine andere Studie zeigt doch". Umso wichtiger ist es daher, weder jedem Argument mit dem PrĂ€dikat "Studie" zu trauen, dass die Studie korrekt wiedergegeben wird, noch blind studienglĂ€ubig zu sein. Auch Studien mĂŒssen methodisch und inhaltlich kritisch hinterfragt werden bzw. hinterfragbar sein. Faktenchecks am Folgetag der Debatte sind hilfreich, dĂŒrften aber nur von einer Minderheit der Zuhörer/-schauer und dazu ĂŒberwiegend nur von jenen genutzt werden, die bereits Zweifel haben. Auch Faktenchecks sollten vielleicht einmal ihre quantitative und qualitative Reichweite und Wirksamkeit ĂŒberprĂŒfen.

Wie notwendig dies ist, zeigt eine lange Reihe von vorsĂ€tzlich oder fahrlĂ€ssig verzerrter oder manipulierter Ergebnisse von Studien mit einem auf den ersten Blick wissenschaftlichen Anspruch. Da fehlen z.B. Angaben zu den Interessenkonflikten der Autor:innen; Studien, in denen das als Endpunkt angegebene Ziel (z.B. die Reduktion einer Erkrankung durch das Medikament) nicht erreicht wurde; werden nicht veröffentlicht oder werden selbst in "good journals" nicht angenommen, bei zunĂ€chst beeindruckenden relativen Verbesserungen fehlen Angaben zur absoluten Anzahl der dahinter stehenden Studienteilnehmer:innen oder man erfĂ€hrt nichts ĂŒber die Anzahl und Art von Studienabbrechern.

Über eine bisher nicht bekannte Variante, Ergebnisse einer ansonsten wissenschaftlichen Studie zu manipulieren, berichtet eine Gruppe von Wissenschaftler:innen jetzt als ein Ergebnis ihrer systematischen Analyse von 755 klinischen Studien zu Krebsmedikamenten, also einer gesundheitlich aber auch kommerziell bedeutsamen Arzneimittelgruppe.

Ihre Ergebnisse sind u.a.:

• 145 (19,2 %) dieser Studien verĂ€ndern den fĂŒr die Beurteilung der Wirksamkeit und anderer Faktoren elementaren und zu Beginn jeder methodisch korrekten Studie festzulegenden primĂ€ren Endpunkt nachtrĂ€glich, d.h. im Lichte von Zwischenergebnissen.
• In ihren Veröffentlichungen gibt es bei 102 (70,3 %) dieser Studien keinen Hinweis auf diese VerĂ€nderungen.
• Zu den hĂ€ufigsten erkennbaren VerĂ€nderungen gehört bei 49 Studien die Umwidmung primĂ€rer zu sekundĂ€ren Endpunkte und bei 47 Studien eine neue Definition der primĂ€ren Endpunkte.
• Obwohl ein Protokoll mit Endpunkten, Methodik etc. der beabsichtigten Studie vor ihrem Beginn zu den Essentials einer methodisch hochwertigen Studie gehören, gab es fĂŒr 473 der 755 Studien kein verfĂŒgbares Protokoll.
• Und honni soit qui mal y pense: Studien mit VerĂ€nderungen beim primĂ€ren Endpunkt enthielten fast doppelt so hĂ€ufig (odds ratio 1,86) "positive" Ergebnisse wie Studien ohne solche Aenderungen. Dies bedeutet zwar nicht automatisch, dass solche Medikamente unwirksam sind, sondern "nur", dass dies sein könnte oder andere Medikamente, bei denen das Ergebnis nicht durch EndpunktverĂ€nderungen mitproduziert wurde, nicht zugelassen werden.

In der Oktober-/Novemberausgabe 2023 des wie gewohnt informativen "Pharma-Briefs" der BUKO Pharma-Kampagne (u.a. BeitrĂ€ge ĂŒber verschwiegene Interessenkonflikte bei versteckter Werbung fĂŒr die Abnehmspritze und die in die Ferne gerĂŒckte universelle Gesundheitsversorgung) wird dieses Geschehen so charakterisiert: "Das ist etwa so, wenn bei einem Schießwettbewerb erst geschossen und anschließend die Zielscheibe um den Treffer herum gemalt wird."

Die im Mai 2023 im "JAMA Netw Open" veröffentlichte Studie Incidence of Primary End Point Changes Among Active Cancer Phase 3 Randomized Clinical Trials von Marcus A. Florez, Joseph Abi Jaoude et al. ist komplett kostenlos erhÀltlich

, 3.12.23